PROJEKTE



    Veranstaltungsankündigung

    Interdisziplinäres Symposium und Kunstausstellung im ehemaligen Kreuzherrenkloster Hohenbusch (Erkelenz) zum Thema Heimat in Literatur, Sprache und Kunst - Annäherungen an einen problematischen Begriff
    (6.-8.11.2014)


    „Alle paar Jahrzehnte wird das Wort Heimat bei uns auf den Prüfstand gelegt, gewogen, gedeutet, erklärt, verrätselt.“ Dieser Befund des 1990 verstorbenen Schriftstellers Horst Bienek macht darauf aufmerksam, wie kurzlebig und wandelbar selbst dieser Inbegriff ortsstabiler Geborgenheit und soziokulturellen Wohlstands in Wahrheit ist.

    Im Wissen um die Vielseitigkeit und Unabschließbarkeit des Begriffs fragt die Veranstaltung nach „Heimat in Literatur, Sprache und Kunst“, also nach den Formen der Vergegenwärtigung, der Aufführung und der Darstellung und der bildnerischen Durchdringung von identitäts- und gemeinschaftsstiftenden Vorstellungsräumen und Vergegenwärtigungsprozessen. Heimat soll hier als Aneignungs- und Erfahrungsprozess, als geschichtlich bedingte Form des In-Verbindung-Tretens und des Verbunden-Seins mit einer Nahwelt, mit einem konkreten Weltausschnitt, im Vordergrund des Interesses stehen. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung literarischer Traditionen, die zeitgenössische politische und literarische Auseinandersetzung mit dem Thema des Heimatverlustes durch den Braunkohle-Tagebau in der Region Garzweiler/Erkelenz und eine bildnerische Durchdringung des Themas in unterschiedlichen Formensprachen sollen Annäherungen an den problematischen Begriff der „Heimat“ ermöglichen.


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    Theaterworkshop: Friedrich Hebbel "Die Nibelungen"

    Ein gemeinsames Projekt vom Rheinischen Landestheater Neuss und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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    Workshop in Kooperation mit der Universität Breslau

    „Herzog Ernst: Politische Fabel und abenteuerliche Konfliktlösung. Zu Struktur und Rezeption eines historischen Stoffes vom Mittelalter bis zur Gegenwart“

    Der „Herzog Ernst [B]“ kann als der erste deutsche Abenteuerroman betrachtet werden. Er verknüpft eine politische Fabel von der Empörung des Helden Herzog Ernst von Bayern gegen den deutschen Kaiser Otto, seinen Stiefvater, mit fabulösen Berichten und Vorstellungen vom Orient. In seinen verschiedenen Fassungen gehört der Text zu den beliebtesten Dichtungen des Mittelalters. Er hat Eingang gefunden in die Sagensammlungen des 19. Jahrhunderts und in die Jugendliteratur. Noch heute zehrt fast jeder Abenteuerstoff von den hier erstmals geschaffenen Polaritäten zwischen Heimat und Fremde.

    Der Workshop baut auf einem Seminar zu diesem Thema auf, das ich im Wintersemester 2012/2013 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf veranstaltet habe. Zusammen mit Kollegen der Universität Breslau soll eine Ausgabe des Textes in polnischer Sprache ausgearbeitet werden. Es gilt dabei vor allem, die Schwierigkeiten der Übersetzung aus dem Mittelhochdeutschen ins Polnische zu überbrücken. Neben der Übersetzung sind auch eine Kommentierung des Textes und eine literaturgeschichtliche Einordnung der verschiedenen Fassungen und der Rezeption des Textes geplant. Der Workshop bietet Anregungen zur Rezeption der deutschen Literatur und Kultur auch über das engere Thema hinaus.


    Interdisziplinäres Symposium

    Wallfahrt und Kulturbegegnung. Das Rheinland als Ausgangspunkt und Ziel spätmittelalterlicher Pilgerreisen

    Erkelenz 14. 10. 2011 Leonhardskapelle/Altes Rathaus

    In den letzten Jahren haben das Wallfahrtswesen und namentlich die Pilgerreise verstärkt das Interesse von Wissenschaft und Öffentlichkeit auf sich gezogen. Die Wiederherstellung und Auszeichnung der regionalen Jakobswege durch den Landschaftsverband Rheinland ist nur ein markantes Beispiel für diese erstaunliche Entwicklung. Vor allem in Deutschland und in Frankreich machen sich viele Menschen wieder auf den Weg. Von den großen Zielen der Christenheit steht das Grab des Apostels Jakob im nordspanischen Santiago de Compostela bei vielen Pilgern ganz oben auf der Wunschliste. Der Jakobsweg oder das Pilgern überhaupt werden zu einer ernsthaften Alternative zur normalen Urlaubsreise, die Jakobsbruderschaften erhalten Zulauf, Pilgerführer und Pilgerliteratur erleben eine ungeahnte Blüte. Auch regionale Wallfahrtsorte wie Köln, Aachen, Trier, Kevelaer und viele andere gewinnen erneut an spiritueller Anziehungskraft. Die Wiederentdeckung einer alten Form der Mobilität in unseren Tagen ist also Anlass genug, die historischen Wurzeln und die vielfältigen Erscheinungsformen der Wallfahrt aus interdisziplinärem Blickwinkel zu betrachten.

    Zwei Schwerpunktsetzungen sollen die wissenschaftliche Ausrichtung des Symposiums bestimmen:

    I. Wallfahrt und Pilgerwesen vornehmlich des Spätmittelalters sollen unter dem Gesichtspunkt der Kulturbegegnung (Christentum - Islam - Judentum, Kult, Lebensformen und Brauchtum, Wirtschafts- und Herrschaftsformen) beleuchtet werden. Hier stehen die Wahrnehmung fremder Lebenswelten, Religionen, Bräuche, Riten, aber etwa auch der Besinnung auf die Antike und die Erfahrung und Vergegenwärtigung der biblischen Vorgaben im Vordergrund des Interesses. Es wird zu fragen sein, welche Interessenshorizonte, Vorurteile, Einsichten, Phantasien und Erfahrungen in die Pilgerberichte und die Pilgerliteratur des 15. und 16. Jahrhunderts Eingang gefunden haben.

    II. Der Gesichtspunkt der Kulturbegegnung als einer Bewegung nach außen soll ein Pendant erhalten, indem das Rheinland auch als Ziel von Pilgerreisen und als bedeutendes regionales Zentrum von Wallfahrten untersucht werden soll. Welche Wallfahrtsziele haben überregionale Bedeutung erlangt und Pilgerströme von auswärts angezogen? An welchen Mustern hat sich die Ausbildung regionaler Wallfahrtsziele in den Rheinlanden orientiert? Welche Ansätze und Anknüpfungspunkte zu einer eigenständigen regionalen Traditionsbildung hat es gegeben? Welche Beziehungen entwickelten sich zwischen den großen und den regionalen Pilgerzielen?

    Das Symposium ist geplant als Kooperationsprojekt folgender Institutionen: " Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. " Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf . Institut für Germanistik (Abteilung für deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters).

    Die Veranstaltung steht in der Nachfolge der Ausstellung "Arnold von Harff. Ritter - Pilger - Dichter", die vom 22. 08. bis zum 19. 10. 2008 in Haus Spiess, Erkelenz, gezeigt wurde.

    Vorläufiges Tagungsprogramm:

    8.50 - 9.00 Uhr: Grußwort und Eröffnung der Tagung durch den Bürgermeister der Stadt Erkelenz Peter Jansen

    9.00 - 9.45 Uhr: Prof. Dr. Wolfgang Schmid (Trier): Pilgerzentren und Pilgerliteratur in den südlichen Rheinlanden (Koblenz, Mainz, Trier)

    10.00 - 10.45 Uhr: Dr. Hartmut Kühne (Berlin): Pilgerzeichen auf Glocken des 15. und frühen 16. Jahrhunderts. Das Rheinland als Pilgerlandschaft und Transitraum

    Kaffeepause

    11.15 - 12.00 Uhr: Priv. Doz. Dr. Thomas Wetzstein (Heidelberg): Werner von Oberwesel. Zur Bedeutung des Bacharacher Wernergrabes als spätmittelalterliches Pilgerziel

    12.15 - 13.00 Uhr: Dr. Peter Rückert (Stuttgart): Die Wallfahrt zum Odilienberg und ihre Ausstrahlung im späten Mittelalter

    Gemeinsames Mittagessen

    14.15 - 15.00 Uhr: MA. Margit Stolberg (Stuttgart): Städtische Jerusalempilger aus dem Rheinland

    15.15- 16.00 Uhr: Prof. Dr. Helmut Brall-Tuchel (Düsseldorf): Person und Landschaft in niederrheinischen Pilgerberichten des 15. Jahrhunderts

    Kaffeepause

    17.15 - 18.00 Uhr: Prof. Dr. Folker Reichert (Stuttgart/Greifswald): Wallfahrt zu Gott. Der Sinai als Pilgerziel

    19.00 Uhr: Begrüßung: Günther Merkens (Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V.

    Öffentlicher Abendvortrag: Prof. Dr. Dieter Wynands (Aachen): 1000 Jahre Wallfahrten im Rheinland


    RHEINISCHE PILGERBERICHTE

    GESTALTEN UND SINNBILDER DES BÖSEN IN DER MITTELALTERLICHEN LITERATUR

    DIE WAHRNEHMUNG DES FREMDEN UND FERNEN IN DER ROMAN- UND REISELITERATUR DES MITTELALTERS

    ARNOLD VON HARFF: RITTER - PILGER - DICHTER
    DIE GROSSEN PILGERREISEN NACH ROM, JERUSALEM UND SANTIAGO DE COMPOSTELA


    ARNOLD VON HARFF: RITTER - PILGER - DICHTER
    DIE GROSSEN PILGERREISEN NACH ROM, JERUSALEM UND SANTIAGO DE COMPOSTELA


    Mediävistik für Bachelors. Eine Anleitung zum Studium
    Stand: Materialsammlung und erster Entwurf von 12 Unterrichtseinheiten